
| Am 13. Dezember 1799 wurde Johann Conrad Baumgartner in der „Raggio der sammtlichen Ladenleüten“ eingetragen. 1798 wurde er bereits zum Cassier der Salzverwaltung ernannt. Damit war er berechtigt mit Lebensmitteln zu handeln. Inwieweit er die drohenden Hungersnöte, verursacht durch die wechselnden Fronten zwischen den Heeren der eingefallenen Franzosen und den Österreichern und ihren verbündeten erahnt hat, wissen wir nicht. Er stammte aus einer alten St. Galler Familie von Kaufleuten, früher Schustern und Angehörigen der Weberzunft. Aufzeichnungen über die Gründung der Firma fehlen, wir können uns nur fragen ob er ein mutiger (fast wohltätiger) Jungunternehmer oder ein Günstling der Helvetik; der neuen Ordnung war. Nach einem Kaufschuldbrief von 1809 konnte er das Haus „zum Rebstock“ dem heutigen Standort der Firma Baumgartner & Co AG erwerben. Bis zu seinem Urururenkel mussten die jeweiligen Geschäftsnachfolger das Geschäft jeweils im Jugendlichen Alter zwischen 20 und 29 Jahren, wegen dem überraschenden Tod ihres Vaters (oder Onkels) übernehmen. Diese frühen Wechsel haben bewirkt, dass die Kenntnis der Geschäftigkeit und die Umstände der Übergänge im Dunkeln liegen. Des Geschäftsgründers Sohn Bernhard Carl 1826 und sein Enkel David August 1852 wurden wahrscheinlich dank dem Lebensmittelgeschäft angesehene Bürger (Gemeinderäte, Offiziere etc.). Der Urenkel Hans Baumgartner musste 1896 mit 20 einen Geldgeber (einen Herrn Tanner) ins Geschäft nehmen; vielen alten St. Galler wird der Name „Tanner und Baumgartner“ noch geläufig sein. In diese Zeit fällt auch der kauf der ersten Röstmaschine für Kaffee. Die Rezepte für einzelne Sorten der BAUMGARTNER KAFFEE-Mischungen stammen noch aus dieser Zeit. Selbstverständlich kamen im Laufe der Jahre neue Mischungen hinzu. Vor dem zweiten Weltkrieg betätigte sich die Firma im internationalen Lebensmittelhandel. Bis 1970 war die Baumgartner & Co AG eine wichtige Einkaufsquelle für Lebensmitteldetaillisten und Bäckereien. Nach 1958 eröffnete die Firma in den Außenquartieren und umliegenden Gemeinden Quartiergeschäfte als Filialen. Die veränderte Einkaufgewohnheit der Konsumenten, die viele Tante-Emma-Läden verschwinden ließen, führten für die Baumgartner & Co AG zur Erkenntnis, das der Großhandel mit allgemeinen Lebensmittel nur für kapitalkräftige Großfirmen möglich ist. Daher besteht die heutige Firma nur noch aus der Kaffeerösterei, wo sie den Großverbrauchern hilft, einen Kaffee bester Qualität ausschenken zu können, und dem Kaffee- und Teespezialgeschäft, wo durch kompetente Beratung es dem Kunden ermöglicht wird, seine Liebligssorten und neue, qualitativ hochstehende Lebens- und Genussmittel zu finden. |
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